Bei der Dachplanung stehen eine langlebige Deckung, gute Materialien und eine sorgfältige Ausführung im Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist aber, wie sich das Ergebnis der Arbeiten prüfen lässt und was wir nach einigen Jahren über den Zustand des Dachs wissen. Das gilt besonders für Flachdächer: Die Schichten, die vor Wasser schützen und die Wärme im Gebäude halten, sind von außen nicht einsehbar.

Zeigt sich im Innenraum ein Wasserfleck, muss die Ursache ermittelt werden. Entsteht das Dach gerade erst, lässt sich von Anfang an eine Überwachung seines Zustands einplanen. Dichtheitsprüfung und Feuchteüberwachung beantworten unterschiedliche Fragen und sollten deshalb als Werkzeuge betrachtet werden, die sich ergänzen.

Was eine Rauchgasprüfung am Dach zeigt

Bei diesem Verfahren bringt ein spezieller Generator technischen Nebel unter die Abdichtung ein. Bei einem dafür geeigneten Dachaufbau breitet sich das Prüfmedium unter der Dachhaut aus und kann durch eine undichte Stelle an die Oberfläche treten. Der sichtbare Austritt hilft dem Fachbetrieb, einen reparaturbedürftigen Bereich zu finden, etwa an einer Naht der Dachbahn oder an einem Dachdetail.

Die Prüfung erfolgt mit Diagnosegeräten unter Kontrolle von Strömung und Druck. Die Auswahl der Flüssigkeit, der Einleitstelle und der Betriebsbedingungen ist Aufgabe einer Fachkraft. Dabei sind die Anleitungen des Prüfgeräts und des Abdichtungssystems zu berücksichtigen. Eine gewöhnliche Nebelmaschine für Veranstaltungen bietet keine fachgerechte Grundlage für die Prüfung eines Dachs.

Zuerst den Dachaufbau beurteilen

Vor der Prüfung sollte der ausführende Fachbetrieb den Dachquerschnitt kennen. Allein die Angabe, dass Bitumenbahnen, PVC oder EPDM auf dem Dach liegen, reicht für die Wahl des Verfahrens nicht aus. Entscheidend sind die Befestigung der Abdichtung, die Zugänglichkeit ihrer Oberfläche und die Frage, ob sich das Prüfmedium im vorgesehenen Raum ungehindert ausbreiten kann.

Eine vollflächig verklebte Dachbahn kann die Ausbreitung des Nebels einschränken. Kies, Terrassenbeläge oder die Schichten eines Gründachs erschweren wiederum das Erkennen der Austrittsstelle. In solchen Fällen beurteilt die Fachkraft, ob die Abdichtung örtlich freigelegt werden muss oder ein anderes Prüfverfahren geeigneter ist. Kein einzelnes Verfahren eignet sich gleichermaßen für jedes Dach.

Zur Vorbereitung kann eine gezielt angelegte Öffnung oder ein geeigneter Anschlussstutzen erforderlich sein. Nach Abschluss der Prüfung muss die Dichtheit an dieser Stelle fachgerecht wiederhergestellt werden. Ebenso wichtig ist die kontrollierte Durchführung: Unkontrollierter Überdruck kann die Abdichtung beschädigen oder ablösen. Deshalb sollte der Arbeitsumfang vorab mit dem Dachdeckerbetrieb abgestimmt werden.

So läuft eine sorgfältig vorbereitete Prüfung ab

  1. Dach und Prüfziel beurteilen. Der Fachbetrieb prüft Schichtenaufbau, Befestigung der Dachhaut, Zugänglichkeit und Angaben zu beobachteten Auffälligkeiten.
  2. Verfahren auswählen und Prüfbereich vorbereiten. Er klärt, ob die Rauchgasprüfung geeignet ist, wie das Prüfmedium eingebracht wird und wie die Prüfstelle anschließend wieder verschlossen wird.
  3. Kontrolliert prüfen und beobachten. Er führt die Prüfung durch, beobachtet die Oberfläche und die Details und markiert Stellen, die näher untersucht werden müssen.
  4. Reparieren und erneut kontrollieren. Bestätigte Schäden werden mit einem für das jeweilige System geeigneten Verfahren behoben. Der Umfang der anschließenden Kontrolle ist mit dem Fachbetrieb abzustimmen.
  5. Ergebnis dokumentieren. Sinnvoll ist eine Dokumentation des geprüften Bereichs, der gefundenen Stellen, der ausgeführten Reparaturen und der Grenzen der Prüfung.

Auch ohne sichtbaren Nebelaustritt muss das Ergebnis eingeordnet werden

Wenn kein Nebel an die Oberfläche tritt, bedeutet dies nicht automatisch, dass sämtliche Dachschichten trocken sind und keinerlei Undichtigkeit vorliegt. Das Ergebnis hängt von der Zugänglichkeit der Prüfstelle, der möglichen Ausbreitung des Prüfmediums und den Beobachtungsbedingungen ab. Auch Anleitungen für Abdichtungssysteme weisen darauf hin, dass die Rauchgasprüfung gegebenenfalls durch weitere Untersuchungen ergänzt werden muss.

Die Beurteilung der Feuchtigkeit in den Dachschichten ist eine eigene Aufgabe. Ein gefundenes Loch in der Dachhaut beantwortet noch nicht die Frage, wie weit sich das Problem ausgebreitet hat und was repariert werden muss. Zur Untersuchung können daher weitere Messungen oder eine Begutachtung erforderlich sein. Die Prüfung unterhalb der Abdichtung darf außerdem nicht mit der Luftdichtheitsprüfung eines Gebäudes, dem sogenannten Blower-Door-Test, verwechselt werden: Ziel und Durchführung unterscheiden sich.

VILPE Sense beim Neubau frühzeitig einplanen

Wenn Sie gerade bauen, lohnt es sich, über die einmalige Prüfung bei der Abnahme hinauszudenken. Wir bei AMBIT empfehlen, VILPE Sense bereits bei der Dachplanung in Betracht zu ziehen. In dieser Phase lassen sich die Einbauorte der Sensoren und die erforderlichen Komponenten leichter festlegen und mit der Ausführung der Abdichtung abstimmen.

VILPE Sense ist eine Produktfamilie, die Temperatur- und Feuchtemessungen nutzt. Sie hilft dabei, Veränderungen im Inneren der Konstruktion zu beobachten, die bei einer üblichen Dachbegehung unbemerkt bleiben können. Das System lässt sich zur Leckageerkennung und in einer separaten Konfiguration auch zur Feuchteregelung mit Lüftung einsetzen.

Leckageerkennung

Die RHT-2 Detektoren in der Dämmschicht messen Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Über eine Basisstation gelangen die Daten an einen Cloud-Dienst. Eine Karte auf Grundlage des Dachplans hilft, die Messwerte verschiedener Bereiche zu vergleichen und einen Bereich für die Überprüfung einzugrenzen. Passend konfigurierte Benachrichtigungen erleichtern es, bei auffälligen Veränderungen eine Kontrolle zu organisieren.

Es handelt sich um eine regelmäßige Überwachung, die nicht jedes Loch sofort meldet. RHT-2 überträgt zweimal täglich neue Messwerte; der Zeitpunkt einer Benachrichtigung hängt auch von den Alarmeinstellungen ab. Die Karte zeigt einen Bereich mit erhöhter Feuchtigkeit. Die genaue Ursache und die Schadstelle müssen durch eine Untersuchung bestätigt werden.

Feuchteregelung und Unterstützung der Trocknung

In der zweiten Konfiguration arbeiten RHT-1 Sensoren mit einer Steuerung und einem EC Dachventilator zusammen. Das System vergleicht die Bedingungen in der Konstruktion mit denen im Freien und regelt daraufhin die Lüftung, um die Abfuhr überschüssiger Feuchtigkeit zu unterstützen.

Diese Funktion setzt einen Luftströmungsweg und eine gesicherte Nachströmung von Luft voraus. Nicht jeder Dachaufbau bietet diese Bedingungen. Starre Dämmung und verklebte Abdichtungen ohne geeignete Kanäle können den erforderlichen Luftstrom verhindern. Deshalb werden Überwachung und Trocknung getrennt anhand der Planung ausgelegt und nicht allein nach der Gebäudefläche ausgewählt.

Was vor der Bestellung einer Überwachung zu klären ist

Halten Sie für das Gespräch nach Möglichkeit einen Dachschnitt, die Dachfläche und Angaben zu geplanten Anlagen wie Photovoltaik oder technischen Geräten bereit. Benötigt werden außerdem Informationen über die Dämmung, die Befestigung der Abdichtung und die Unterteilung der Konstruktion in Bereiche. Erst auf dieser Grundlage lassen sich die Konfiguration, die Anordnung der Detektoren und gegebenenfalls die Lüftung auswählen.

Es muss außerdem feststehen, wer Benachrichtigungen empfängt und was nach einem Alarm geschieht. Ein Sensor liefert Informationen, behebt aber keinen Schaden. Der Nutzen der Überwachung ergibt sich aus dem Zusammenspiel eines passend ausgelegten Systems, fachgerechten Einbaus und einer Reaktion auf die Messwerte.

VILPE Sense lässt sich auch in Bestandsgebäuden einsetzen, nachdem die Einbaumöglichkeiten beurteilt wurden. Bei Gründächern ist die Lage der Abdichtung entscheidend: Der Hersteller lässt geeignete Aufbauten mit Abdichtung oberhalb der Wärmedämmung zu und schließt begrünte Umkehrdächer aus.

Sprechen wir über Ihr Dach

Planen Sie einen Neubau oder möchten Sie den Zustand eines bestehenden Dachs besser überwachen? Nehmen Sie Kontakt zu AMBIT auf. Wir besprechen die Anforderungen Ihres Projekts und beraten Sie zur Auswahl von VILPE Sense und den dazu passenden Komponenten.

Wenn bereits Anzeichen eines Wassereintritts vorliegen, beschreiben Sie diese und stellen Sie die verfügbaren Informationen zum Dachaufbau zusammen. Das erleichtert das Gespräch über die nächsten Schritte. Dichtheitsprüfung, Reparatur und Überwachung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Gut aufeinander abgestimmt können sie gemeinsam dazu beitragen, das Dach in gutem Zustand zu halten.

Häufige Fragen

Lässt sich jedes Flachdach mit einer Nebelmaschine prüfen?

Nicht jeder Dachaufbau eignet sich für dieses Verfahren. Zunächst müssen die Befestigung der Abdichtung, die Zugänglichkeit der Dachhaut und die Ausbreitungsmöglichkeiten des Nebels darunter beurteilt werden. Eine gewöhnliche Nebelmaschine für Veranstaltungen ersetzt weder spezielle Diagnosegeräte noch die Qualifikation des ausführenden Fachbetriebs.

Muss die Abdichtung für eine Rauchgasprüfung geöffnet werden?

Eine gezielt angelegte Öffnung oder ein Anschlussstutzen kann erforderlich sein. Der Umfang hängt vom Dach und vom eingesetzten Prüfsystem ab. Die Einleitstelle muss anschließend fachgerecht abgedichtet werden. Deshalb lässt sich nicht für jedes Gebäude eine Prüfung ohne Eingriff in die Abdichtung zusagen.

Ersetzt VILPE Sense die Dichtheitsprüfung bei der Abnahme?

Nein. Die Prüfung beurteilt das Dach zu einem bestimmten Zeitpunkt, während Sense spätere Temperatur- und Feuchteveränderungen beobachtet. Die Überwachung hilft, einen Bereich für die Kontrolle einzugrenzen. Sie repariert jedoch keine Abdichtung und bestätigt nicht deren Dichtheit an jedem einzelnen Punkt.

Trocknet jedes VILPE Sense-Set das Dach?

Nein. Die Leckageerkennung mit RHT-2 dient der Überwachung. Für eine Trocknung durch Lüftung ist eine eigene Konfiguration mit RHT-1, Steuerung und EC Ventilator sowie einem geplanten, ungehinderten Luftströmungsweg erforderlich. Die Auswahl richtet sich nach dem Dachaufbau.

VILPE Sense – Dachüberwachung

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